


Die Wasserresistenz einer Uhr bezeichnet ihre Fähigkeit, dem Kontakt mit Wasser in unterschiedlichen Tiefen standzuhalten. Dies ist eine wichtige Eigenschaft, die nicht nur für Taucher-, Schwimm- oder andere wassersportbezogene Uhren gilt, sondern ebenso für elegante Anzuguhren. Erreicht wird die Wasserresistenz durch das Zusammenspiel mehrerer Konstruktionselemente: Dichtungen, die das Eindringen von Wasser ins Gehäuse verhindern – wozu auch eine verschraubte Krone zählt; ein robustes Gehäusedesign, das dem Wasserdruck standhält; sowie spezielle, korrosionsbeständige Materialien wie Edelstahl oder Titan.
Ihnen ist vielleicht aufgefallen, dass manche Uhren eine Angabe in ATM (Atmosphären) tragen. ATM ist eine Maßeinheit, die den Druck angibt, dem eine Uhr standhalten kann. Im Zusammenhang mit der Wasserresistenz von Uhren entsprechen die ATM-Werte folgenden Tiefen:
Und so weiter. Die ATM-Angabe bietet eine standardisierte Methode, um die Wasserresistenz einer Uhr auszudrücken.
Um festzustellen, ob Ihre Uhr wasserresistent ist, prüfen Sie Folgendes:


Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der verschiedenen Wasserresistenz-Stufen, einschließlich der entsprechenden ATM-Werte, Druckbereiche und Einsatzmöglichkeiten:
Dies ist die Mindeststufe für eine Uhr. Unterhalb von 3 Bar besitzt die Uhr keinerlei Wasserresistenz. Bei 3 Bar hält die Uhr alltäglicher Feuchtigkeit sowie gelegentlichem Kontakt mit Regen oder Schnee stand. Folgende Einsatzmöglichkeiten kommen infrage:
Eine Uhr mit 5 Bar hält moderater Feuchtigkeit und Wasserkontakt im Alltag stand und eignet sich für:
Eine Uhr mit 10 Bar hält hoher Feuchtigkeit und längerem Wasserkontakt stand. Einsatzmöglichkeiten:
Eine Uhr mit 20 Bar hält extrem hoher Feuchtigkeit und längerem Wasserkontakt unter Druck stand und eignet sich für:
Eine Uhr mit dieser Klassifizierung hält extrem hoher Feuchtigkeit und längerem Wasserkontakt unter extremem Druck stand und eignet sich für:
Eine Uhr mit 50 Bar ist für extreme Unterwasseraktivitäten wie Tiefseetauchen konzipiert. Diese Uhren halten Feuchtigkeitsgraden von bis zu 100 % stand und eignen sich für:
Eine Uhr mit 60 Bar ist für die extremsten Unterwasseraktivitäten wie Sättigungstauchen konzipiert. Diese Uhren halten Feuchtigkeitsgraden von bis zu 100 % stand und eignen sich für:
Eine Uhr mit 100 Bar ist für die extremsten und spezialisiertesten Unterwasseraktivitäten konzipiert, wie den Einsatz bei Tiefsee-Tauchbooten. Diese Uhren halten Feuchtigkeitsgraden von bis zu 100 % stand und eignen sich für:
Bei den genannten Angaben handelt es sich um allgemeine Richtwerte. Im täglichen Gebrauch empfehlen wir jedoch, auf Nummer sicher zu gehen und die Uhr grundsätzlich eine Stufe unterhalb der für sie angegebenen Belastungsklasse zu nutzen. Der Grund: Die Uhr wird nur werkseitig – bei Neuzustand oder anlässlich einer Revision – gemäß diesen Spezifikationen geprüft. Dichtungen und Gaskets unterliegen mit der Zeit einem natürlichen Verschleiß, was die Wasserresistenz beeinträchtigen kann. Es ist zudem wichtig, bei jeder Revision darauf zu bestehen, dass der Uhrmacher nach dem Öffnen des Gehäuses die Dichtungen erneuert und anschließend jedes Mal eine Dichtheitsprüfung durchführt.
Besondere Vorsicht ist zudem beim Duschen geboten – selbst bei Uhren mit hoher Tiefenklassifizierung. Der unter Druck stehende Wasserstrahl kann direkt auf die Dichtungen treffen. Zudem besitzt warmes Seifenwasser eine geringere Oberflächenspannung als kühles, klares Wasser, wodurch Wasser leichter durch die Dichtungen eindringen kann.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Wasserresistenz einer Uhr ist eine entscheidende Eigenschaft, die gewährleistet, dass der Zeitmesser unterschiedlichen Feuchtigkeits- und Druckbedingungen standhält. Das Verständnis der verschiedenen Wasserresistenz-Stufen und ihrer jeweiligen Einsatzbereiche hilft Ihnen dabei, die passende Uhr für Ihre Bedürfnisse zu wählen.